Reisen nach Polen

Ärztliche Versorgung
Die ärztliche und zahnärztliche Versorgung in den Städten und Ferienzentren ist gut. Es gibt kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland. Deshalb müssen alle Kosten zunächst vor Ort gezahlt werden. Nur die Erste Hilfe ist kostenfrei. Das Angebot an Apotheken ist ebenfalls gut. Da Spezialarzneimittel oft erst bestellt werden müssen, empfiehlt es sich diese mitzunehmen. Die Anschriften deutschsprachiger Ärzte in Polen vermittelt täglich zwischen 8 und 20 Uhr, während der Sommermonate zwischen 7 und 23 Uhr der Telefonarzt des ADAC-Ambulanzdienstes in München (Telefon aus Polen: 0049-89-767676).

Baden
Die Wasserqualität der Ostsee hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Offizielle Badestellen sind mit Bojen gekennzeichnet und werden von Rettungsschwimmern bewacht. Auch die meisten Seen, etwa in den Masuren oder in den Kaschuben haben eine gute Wasserqualität.

Bahnen und Busse
Bahnen und Busse der staatlichen Betriebe PKP und PKS verfügen über ein weitverzweigtes Streckennetz. Praktisch ist jeder Wohnort in Polen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Vor allem in der Hauptreisezeit sind wie fast überall die Busse und Bahnen ziemlich überfüllt.

Einkaufen
Ein Ladenschlussgesetz gibt es in Polen nicht! Supermärkte in Städten und Touristenzentren haben oft werktags von 6-22 Uhr und an den Wochenenden bis 13 Uhr geöffnet, manchmal auch länger. In den Großstädten gibt es auch die 24 Stunden Läden, sie sind rund um die Uhr geöffnet. Kaufhäuser öffnen in der Regel werktags von 9-20 Uhr. Souvenirläden sind werktags von 9-19 Uhr offen. Märkte mit frischem Obst und Gemüse beginnen in den Großstädten oft schon um 6 Uhr früh und werden vor dem Mittag bereits abgebaut.

Ein- und Ausreise
Zur Einreise ist noch ein mindestens sechs Monate gültiger Reisepass erforderlich. Personen unter 16 Jahren benötigen einen Kinderausweis. Touristen aus Nicht-Eu-Ländern benötigen ein Visum. Zollfrei dürfen Lebens- und Genussmittel bis zu bestimmten Höchstmengen nach Polen ein- und ausgeführt werden (z.B. 2 kg Fleisch, 1 kg Schokolade, 250 Zigaretten, 200g Kaffee, 5 l Bier, 0,5 l Spirituosen, etc.). Ferner auch Dinge des persönlichen Bedarfs und Geschenkartikel bis zu einem Gegenwert von 100 US $.

Ermäßigungen
Mit dem Internationalen Studentenausweis wird in einigen Einrichtungen, Museen und Studentenclubs Ermäßigung gewährt. Man sollte auf jeden Fall danach fragen.

Essen und Trinken
Verglichen mit Deutschland sind die Preise in den polnischen Cafés und Restaurants in der Regel sehr günstig. In den größeren Städten und Ferienzentren reicht die Spannbreite vom Fastfood-Imbiß über traditionelle polnische Speisen bis zur internationalen Küche. Die Speisekarten sind dort häufig mehrsprachig. Sehr preiswertes und einfaches Essen bieten in größeren Städten die Milchbars, Bar Mleczny genannt. Trinkgelder sollten bei etwa zehn Prozent der Rechnungssumme liegen.

Geld
Die polnische Währung ist der Zloty. Ein Zloty entspricht 100 Groszy. Es gibt Münzen zu 5, 10, 20, 50 Groszy sowie 1, 2 und 5 Zloty, ferner Banknoten zu 10, 20, 50, 100 und 200 Zloty. Die Ein- und Ausfuhr von polnischer Währung ist nicht gestattet. Reisende können bei Banken, in Wechsel- stuben (Kantor) sowie in größeren Hotels und Reisebüros Geld wechseln. Banken haben in der Regel von montags bis freitags von 7.30-17 Uhr und samstags von 7.30-14 Uhr geöffnet. Dort kann auch mit Euroschecks und Kreditkarten Geld gewechselt werden. In größeren Städten und Ferien- zentren gibt es eine Vielzahl an Geldautomaten, die auch EC-Karten akzeptieren.

Gesetzliche Feiertage
Die meisten Feiertage sind religiös, das heißt katholische, wie Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Allerheiligen etc. Nach der politischen Wende wurden weitere republikanische eingeführt. Unbewegliche Feiertage: 1. Jan. – Neujahr, 1. Mai – Tag der Arbeit, 3. Mai – Nationalfeiertag (Tag der Verfassung von 1791), 15. Aug. – Mariä Himmelfahrt, 1. Nov. – Allerheiligen, 11. Nov. – Nationalfeiertag (Gründung der Republik Polen 1918), 25. und 26. Dez. –Weihnachten. Besonderer Hinweis: Am Ostermontag steigt der Wasserverbrauch in Polen. Dyngus oder Smigus heißt der Brauch. Die Menschen, gern nichtsahnende Ausländer, werden mit Wasser bespritzt; große Begeisterung entfacht das Auskippen ganzer Wassereimer über junge Mädchen und Jungen.

Klima
Das Klima in Polen entspricht etwa dem in Deutschland. Im Winter können jedoch die Temperaturen im Nordosten des Landes gelegentlich unter 30 Grad Minus fallen. Im Sommer klettern die Temperaturen nicht selten über 30 Grad. Der sonnige und trockene Herbst wird in der Literatur als „goldener, polnischer Herbst gerühmt.

Kriminalität
Wie überall in touristischen Zentren sollten im eigenen Interesse einige Sicherheitsratschläge beachtet werden: Keine Wertsachen in Bussen und Bahnen, in der Unterkunft etc. offen herumliegen lassen, auch nicht für kurze Zeit. Bei Gedränge, etwa auf Märkten, am Bahnhof, in Bussen und Bahnen, auf Taschen und Portemonnaie achten.

Notruf
Die Notrufnummern sind landesweit gleich und kostenlos von den öffentlichen Telefonzellen aus zu wählen. Polizei: 997, Feuerwehr: 998, Rettungsdienst: 999.

Post
Die meisten Postämter sind von 8.00-20.00 Uhr geöffnet, Samstags bis 13 Uhr. Die Briefkästen sind rot und tragen die Aufschrift poczta. Für den lokalen Briefverkehr gibt es hier und da grüne Kästen, für die Luftpost blaue. Die Postämter verfügen über Kartentelefone und verkaufen Telefonkarten.

Presse, Fernsehen
Deutsche Zeitungen und Zeitschriften sind in den großen Hotels und auf den Bahnhöfen erhältlich. Viele Unterkünfte bringen per Satellitenschüssel auch deutsche Fernsehsender in die Fernsehräume.

Reiseliteratur
Aufgrund der schnellen Veränderung im Land sollte auf ein möglichst aktuelles Erscheinungsdatum geachtet werden. Die DPG Bielefeld e.V. empfiehlt: Anders Reisen – Polen, Rowohlt-Taschenbuch, Reinbeck, Preis: um 12,50 Euro, Merian Reiseführer Polen, dtv, München, Preis: um 10,- Euro. Wer Polen schon im Vorfeld auf literarischen Wege der Belletristik entdecken möchte: Tomek Tryzna: Fräulein Niemand (Luchterhand Literaturverlag), Günter Grass: Die Blechtrommel (Luchterhand Literaturverlag), Andrzej Szczypiorski: Die schöne Frau Seidenman (Diogenes Verlag), Karl Dedecius (Hrg.): Bube, Dame, König – Geschichten und Gedichte aus Polen (Suhrkamp), Per Ketman / Ewa Malicka (Hrg.): Geschichten aus der Geschichte Polens (Luchterhand Tb.), Siegfried Lenz: Heimatmuseum (dtv-Tb.), Jerzy Andrejewski: Asche und Diamant (Luchterhand Tb.).

Schlösser und Paläste
Polen ist mit sehenswerten Schlössern und Burgen reich bestückt. Zu den bekanntesten zählen das Königsschloss in Warschau, der Wawel in Krakau sowie die Ordensritterburg in Malbork (Marienburg). Recht bekannt ist in Polen auch die klassizistische Magnatenresidenz des Grafen Potocki in Lancut bei Rzeszow.

Strom
Die Netzspannung in Polen beträgt 220 Volt Wechselstromspannung. Zweipolige runde Steckdosen sind die Regel und entsprechen der Euro-Norm.

Taxi
Taxifahrten sind in Polen vergleichsweise preiswert. Von Stadt zu Stadt, aber auch zwischen einzelnen Taxiunternehmen sind die Tarife unterschiedlich. Deshalb sollte vorher der Preis erfragt werden. Gelegentlich gibt es bei den Anbietern schwarze Schafe, besonders an den Bahnhöfen, die überhöhte Preise verlangen. Deshalb empfiehlt es sich, vorher  den Preis zu erfragen und darauf zu achten, dass der Taxameter eingeschaltet wird. Als seriös gelten vor allem die „Radio-Taxis die üblicherweise per Telefon bestellt werden können. Nach 23 Uhr kostet die Fahrt fünfzig Prozent mehr.

Telefon
Für die öffentlichen Telefone werden Telefonkarten benötigt. Telefonkarten gibt es mit 25, 50 oder 100 Einheiten die in den Postämtern, sowie in vielen Hotels und Kiosken käuflich zu erwerben sind. Vor der ersten Benutzung muss eine perforierte Ecke abgebrochen werden, erst dann nimmt das Gerät sie an. Die digitalen Funktelefonnetze sind inzwischen fast flächendeckend aufgebaut. Für die Verbindung nach Polen lautet die Landesvorwahl 0048. Von Polen nach Deutschland muss die Landesvorwahl 0049 gewählt werden.

Toiletten
Gelegentlich sind öffentliche Toiletten mit einem Kreis für Damen und einem Dreieck für Herren gekennzeichnet. Für die meisten öffentlichen Toiletten, auch in Restaurants und Kneipen, ist eine Gebühr von 20 Groszy bis zu 1 Zloty zu zahlen.

Quellen:
Aus der Veröffentlichung: „Aktuelle Reiseinformationen Polen 1999 - Polska - Natürlich Polen. vom Polnischen Fremdenverkehrsamt, Marburger Str. 1, 10789 Berlin, sowie aus dem Reiseführer „Anders Reisen - Polen von Ute Frings, erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, 1998.

 

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